Call for Papers


Yearbook of Moving Image Studies (2022)

»Mixed Reality Images: Trilogy of Synthetic Realities III«

 

Deadline for Abstracts: April 22, 2022

Deadline for Articles: October 21, 2022

 

The double-blind peer-reviewed Yearbook of Moving Image Studies (YoMIS) is now accepting articles from researchers, artists, designers, technical developers, graphic artists, computer scientists, game designers and film makers for the seventh issue, which is the final part of the »Trilogy of Synthetic Realities« concept, entitled »Mixed Reality Images. Trilogy of Synthetic Realities III«. The first issue has focussed on »Virtual Images« (in 2020), the second on »Augmented Images« (in 2021) and with the third issue the editors will address the aesthetics, cognition, and technological structure of »Mixed Reality Images«. YoMIS will be enriched by disciplines like media theory, film studies and philosophy, art and design, artistic research, image science, semiotics, phenomenology, art history, game studies, visual culture studies, computer graphics and other research areas related to moving, dynamic, virtual, augmented, or mixed reality images in general.

 

Do we live in the age of Baudrillard’s hyper-reality? What’s about our impression that the boundaries between our physical reality and the rising digital realities are fading? Immersive technologies like virtual reality, augmented reality, and mixed reality – summed up under the concept of synthetic or extended realities – allow and demand a completely novel form of interaction and corporeal relation with the digital images and digital objects. Working and living in synthetic extended realities is challenging our thinking about immersive media technologies and the specific aesthetics of digital image visualization.

 

Therefore, »Mixed Reality Images: Trilogy of Synthetic Realities III« will address the possibilities of mixed reality images that are already affecting and enriching our life in ways, only science-fiction movies, comics, and novels thought of before. Thus, contributions for this issue of the Yearbook of Moving Image Studies can concentrate on a whole variety of the pictorial aspects of mixed reality images, the specific technological conditions and situations, and the development of graphic representations regarding the different interfaces of mixed reality. Topics should focus on (but are not limited to) mixed reality images as perceptual artefacts, mixed reality as simulation in the context of virtual augmentation and augmented virtuality, the specific mixed reality performance of virtual or augmented technologies that are enabling a possible physical-world-digital-world-coupling and specific mixed reality modes of user (inter-)action, the different aspects of mixed reality aesthetics, art, design, and communication in mixed reality conditions, the new forms of psychological and perceptual interaction and narration in mixed reality media ecologies, the processual dynamic of mixed reality images, embodied and embedded interaction and cognition, effects and characteristics of mixed reality-driven body ownership illusions, the phenomenology or semiotics of user interaction in mixed realities, the coupling of digital images with the operating context, mixed reality in a multimodal framework, and the historical, cultural or philosophical evolution of mixed reality image representations.

 

The official deadline for abstracts is April 22, 2022. The anonymous review feedback will be given in May 2022. Long abstracts should include 600 to 900 words in length. Please send a short biography, contact details and your abstract to Prof. Dr. Lars C. Grabbe, Prof. Dr. Patrick Rupert-Kruse and Prof. Dr. Norbert M. Schmitz via: contact@movingimagescience.com.

 

The official deadline for the articles is October 21, 2022. The articles should include 5.000 to 7.000 words in length. If you are interested to contribute an abstract and article you will find a specific style sheet of the Yearbook of Moving Image Studies on: www.movingimagescience.com.

 

If you have any questions, please do not hesitate to contact the managing editors via mail.


EXTENDED - Call for Papers – Bewegtbilder 2022 (23.-24.06.2022) – Symposium der Forschungsgruppe Bewegtbildwissenschaft Kiel|Münster: „Neue Erzählformen in dynamischen Bildtechnologien – Formprobleme zwischen Populärkommunikation und autonomer Kunst“

 

Prof. Dr. Lars C. Grabbe (MSD – Münster School of Design), Prof. Dr. Patrick Rupert-Kruse (FH Kiel), Prof. Dr. Norbert M. Schmitz (Muthesius Kunsthochschule Kiel)

 

Jeder Fortschritt, jede Neuerung größeren Ausmaßes – nicht nur der Techniken, sondern auch der Konfigurationen innerhalb und zwischen verschiedenen Dispositiven der Medien –provoziert nach einer kurzen Phase spielerischen Experiments eine erneute Konsolidierung wie deren ästhetische Reflexion: Diese Dualität kennen wir spätestens seit den Tagen industrieller Kommunikation als eine Trennung zwischen Massenkommunikation und Kunst. Dies lässt sich gleichermaßen bei der Entwicklung des zentralperspektivischen Bildes, der frühen Fotografie oder ganz besonders der Kinematografie beobachten. Nach einer ersten Phase des Kinos der Attraktionen entwickelte sich eine neue und einzigartige Formensprache des Classical Style als konventionalisierte Gestaltungsregel, die zugleich und teilweise in scharfer Opposition verschiedene Gegenbewegungen auslöste oder als deren explizite Reflexion durch individuelle künstlerische Formensprachen überformt wurde, wie der Stilistik des sowjetischen Avantgardekinos oder der autonomen Filmavantgarde zwischen Abstraktion und Surrealismus. Zudem entwickelten sich funktional spezialisierte Sonderbereiche, beispielsweise des Werbefilms, mit wiederum eigenen Formkonventionen, bei denen häufig die experimentellen Innovationen der Avantgarde für persuasive Zwecke instrumentalisiert wurden.

 

Von den Ästhetiken der autonomen Moderne wird dabei oft übersehen, dass diese neue und letztlich bis in unsere Tage bei allen Variationen maßgebliche Konvention des Classical Style keine rückwärtsgewandte naiv mimetische Ästhetik darstellt, sondern eine hoch artifizielle gänzlich neuartige innovative Relation von Zeit und Raum kennzeichnet, wie es von Erwin Panofsky schon früh in einer berühmten Formulierung meisterlich auf den Punkt gebracht wurde: Für ihn lassen sich die „spezifischen Möglichkeiten des Films [...] definieren als Dynamisierung des Raumes und entsprechend als Verräumlichung der Zeit“.  Diese Zeit-Raum-Konstellation ist das entscheidende Merkmal, das eben die Kinematografie von der bloß bewegten Fotografie unterscheidet. Diese damals neue ästhetische Konvention und Praxis ist so universal und erfolgreich geworden, dass sie gewissermaßen als eine Art zweiter Natur der modernen Zeit-Raum-Erfahrung wahrgenommen wird. 

Wenigstens im Bereich der populären Narration blieb es bislang in Filmen wie AVATAR (Cameron 2009) dann doch eher bei herkömmlichen Narrationstechniken mit isolierten spektakulären 3D-Inszenierungen. Der eigentliche Erzählfluss als Movens des populären Kinos bleibt davon aber unberührt. Insofern, und hierfür spricht auch die avancierte nicht nur ökonomische, sondern auch ästhetische Positionierung der Computer-Games im Bereich der Entwicklung dynamischer dreidimensionaler Darstellungsformate, oder der zunehmenden Etablierung virtueller und augmentierter Kommunikationsmedien, wiederholen sich gewissermaßen Formen und Aspekte des Kinos der Attraktionen aus der Frühzeit der Kinematografie in unterschiedlichen medialen Verwendungskontexten. Es sind eher tiefenillusionistische Dokumentar-Ästhetiken wie die von Wenders in Pina (2011) und Herzog in Die Höhle der vergessenen Träume (2010), bei denen seinerzeit die technische Neuerung einen wirklichen inhalts- und formästhetischen Surplus in Bezug auf die Verräumlichung des Dargestellten ermöglichte. Angesichts der rapide fallenden Produktionskosten und der rasanten Verbesserung der technischen Standards lässt sich allerdings absehen, dass hier und im Feld des experimentellen Films bzw. der sogenannten digitalen Medienkunst sich ein neuer Horizont öffnet. Zudem ist Stereoskopie ein Standard nicht nur im Bereich kinematografischer VR (360°-Filme), sondern auch im Bereich der Darstellung computergenerierter immersiver Räume der VR und AR geworden (Grabbe et al. 2018), Dies ist insbesondere darum hervorzuheben, da diese Technologien in einen Konvergenzprozess getreten sind und neue Formen der Virtual Production und damit des Erzählens ermöglichen – sogenanntes spatial oder environmental storytelling. Damit lässt sich das Erzählen auf drei Ebenen verorten: Raumbild und -ton (Film), Bewegung im Raum (Computerspiel und VR) und Raum als Kontext (AR).

 

Gefragt werden soll also gleichermaßen, ob es bereits erste Formen der Entwicklung solcher neuen raumbezogenen Formenkonvention gibt, und ebenfalls wo diese neuartigen Illusionstechniken Gegenstand künstlerischer Reflexion werden, eben als eine reflexive Ästhetik, wie es konstitutiv ist für die Ästhetik moderner Kunst?

 

Damit ist das zentrale Erkenntnisinteresse des geplanten Symposions benannt, welches folgende Fragen zu erörtern wünscht: 

 

1) Was wird sich ändern an dieser kinematografischen Konvention, wenn aus der imaginierten Räumlichkeit in der Zeit, wie sie die decoupage classique kennzeichnete, eine vollständige vierdimensionale Illusion wird?

 

2) Wie verändert sich die Rezeptionserfahrung aktueller audio-visueller Medientechnologien der Gegenwart, zwischen 3D-Film, virtuellen begehbaren Welten und augmentierten Bilderfahrungen?

 

3) Welchen Einfluss nehmen die Dynamisierungen von Zeit und Raum auf intra- und intermediale Elemente wie Stil, Gestaltungskonventionen und emergierende Formen des Erzählens?

 

4) Wie verändert sich das Prinzip des Kinematografischen vor dem Hintergrund zunehmender Digitalisierung, Computer Generated Images (CGI), Virtual Production und den teilweise kulturkritischen Implikationen eines Post Cinema?

 

Die offizielle Deadline für das Einreichen von Abstracts mit einer Länge von 600 bis 900 Wörtern ist der 28. Februar 2022. Bitte senden Sie eine kurze Biografie, Kontaktinformationen und das Abstract an Prof. Dr. Norbert M. Schmitz (Muthesius Kunsthochschule Kiel), Prof. Dr. Lars C. Grabbe (MSD – Münster School of Design) und Prof. Dr. Patrick Rupert-Kruse (FH Kiel) über: contact@movingimagescience.com. Bei weiteren Fragen dürfen Sie sich gern an die Organisatoren des Symposiums wenden.

 

Vorbehaltlich der Entwicklung der Corona-Pandemie soll die Tagung am 23. und 24.06.2022 an der Muthesius Kunsthochschule und der Fachhochschule Kiel stattfinden.  

 

 

 

 

Referenzen

Panofsky, Erwin (1993): Stil und Medium des Films (1936/1947). In: Die ideologischen Vorläufer des Rolls-Royce-Kühlers & Stil und Medium im Film, von Ebd. Frankfurt a. M. / New York, NY: Fischer S. 19-51.

 

Schmitz, Norbert M. (2013): Malewitschs Letzte Futuristische Ausstellung >0,10. In: IMAGE Zeitschrift für interdisziplinäre Bildwissenschaft, 18, Bild und Moderne, edited by Martin Scholz, 7/2. Köln: Herbert von Halem. 

 

Schmitz, Norbert M. (2018): Die 'Kunst der Immersion' als Reflexion menschlicher Natur - Illusionistische Formen als ästhetische Strategien. In:  Immersion – Design – Art: Revisited. Transmediale Formprinzipien neuzeitlicher Kunst und Technologie, herausgegeben von Lars C. Grabbe, Patrick Rupert-Kruse, Norbert M. Schmitz. Büchner-Verlag, Marburg. S. 44-77.